2. Dresdner Immobilientag – eine Kurzfassung

2. Dresdner Immobilientag – eine Kurzfassung

Von Doris Uehlein geschrieben am 02.07.2019

Bei mehr als hochsommerlicher Temperatur fand am 26.07. im wunderschönen Taschenbergpalais der 2. Dresdner Immobilientag statt. Mehr als 200 Teilnehmer diskutierten in größerer oder kleinerer Runde die Frage: wohin geht die immobiliäre Reise in der geschichtsträchtigen Landeshauptstadt von Sachsen?

Nicht nur, aber auch am Dresdner Immobilienmarkt sind Visionen gefragt. In dieser Hinsicht waren sich die Referenten quer durch alle Assetklassen einig.

Darüber hinaus fiel die Bewertung der Akteure recht unterschiedlich aus: während nationale und internationale Investoren den Wachstumsstandort mit seinen vergleichsweise guten Renditechancen durchweg positiv bewerten und optimistisch in die Zukunft blicken, sind Lokalmatadoren und nicht zuletzt auch die Dresdner Bevölkerung angesichts neuer Akteure und Konzepte eher skeptisch.

Wie viel Konkurrenz, wie viel Wachstum verkraftet Dresden? Und mit welchen Folgen? Auf dem Wohnungsmarkt gehen die Vorstellungen über realistische Mietpreise mit 10 bis 17 Euro der Quadratmeter weit auseinander. Das derzeit von der Kommune bevorzugte Kooperative Baulandmodell ist jedenfalls für keinen der anwesenden Investoren eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung, bezahlbaren Wohnraum in der Landeshauptstadt zu schaffen. Zu homogen sei der Markt, um die avisierten 30 Prozent sozialen Wohnbaus quersubventionieren zu können.

Auf dem Gewerbeimmobilienmarkt rücken unterdessen Büros wieder stärker in den Fokus, definieren Entwickler die modernen Arbeitswelten von morgen, ganz auf die Bedürfnisse ihrer Nutzer zugeschnitten. Am Podium ist man sich einig, dass moderne Office Center quasi rund um den dort arbeitenden Menschen gebaut werden müssen – nicht zuletzt aufgrund der angespannten Lage am Arbeitsmarkt und dem Wettlauf der Arbeitgeber um die besten Köpfe im Land. Dass diese Entwicklung zulasten bestehender, in die Jahre gekommener Immobilien gehen wird, bleibt ebenfalls unwidersprochen. Wohl also dem, der solche nicht im Portfolio hat…

Der Hotelmarkt wiederum boomt in einem Ausmaß, dass durch die Entwicklung der Nächtigungszahlen sowie relevanter Kennzahlen der Hotelbranche nicht zu rechtfertigen ist. Rund 2.000 weitere Betten sind in der Pipeline, obwohl der RevPar in Dresden bereits unter 50 Euro und damit auf dem Niveau von Mannheim liegt.

Daneben buhlt der Einzelhandel abseits der Prager Straße um Aufmerksamkeit, Shoppingcenter mit Incentives der gesamten Bandreite um lukrative Mieter. „Erlebniseinkauf“ wird von allen Podiumsteilnehmern als einzige Möglichkeit gesehen, dem Online Handel Paroli zu bieten. Eine 10-Jahres-Prognose wagt trotzdem keiner von ihnen abzugeben.

Quo vadis, Dresden? Oder sollte man vielleicht besser sagen: quo vadis, Deutschland…?